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Vorwort

28.08.2008

Make believe. Inszenierte Fotografie.

Die Bieler Fototage, das einzige thematische Festival der Fotografie in der Schweiz, ist seit zwölf Jahren ein fester Bestandteil des Bieler Kulturlebens. Charakteristisch für die Themen ist ihr Aktualitätsbezug zur Gegenwarts- sowie zur schweizerischen Fotografie. Dieses Jahr jedoch geht es weniger um einen thematischen Zugang, sondern vielmehr um ein Genre, jenes der inszenierten Fotografie.
Dieses Genre, das seit den Anfängen der Fotografie existiert, wie Fritz Franz Vogel in seinem Text nachzeichnet, hat sich in jeder Epoche verändert bzw. erneuert. Heute, im digitalen Zeitalter von Photoshop, wird das Verhältnis der Fotografie zur Realität wie noch nie zuvor in Frage gestellt. Obwohl die heuer geladenen Künstler zu großen Teilen in die Szenerie eingreifen, sie arrangieren, bevor es zur eigentlichen Bildaufnahme kommt, versuchen sie auch die Wahrheit zu lüften und bewusst auf den konstruierten Aspekt der Repräsentation zu verweisen, indem sie erzählende, theatralische, ja gar künstliche Bilder schaffen. Ihre Arbeiten reagieren ebenfalls auf die Massen an verfügbaren und konsumierbaren Bildern im Internet. Mit Kreativität und persönlichen Bezügen schafft es ihre Fotografie, den Rhythmus der Entstehung und des Konsums des Bildes zu verlangsamen, indem sie ohne zu werten die Arbeit der Künstler und der daraus resultierenden Bildern huldigen. Eng verwoben mit der Stadt und ihren Institutionen, arbeiten die Bieler Fototage mit den verschiedensten kulturellen Einrichtungen zusammen, welche ein großes Interesse an der Fotografie bekunden. Das PhotoforumPasquArt, ein Ausstellungsort, der sich das ganze Jahr über der Fotografie widmet, das Filmpodium und die Schule für Gestaltung in Biel sind seit Jahren regelmäßige Partner des Festivals.

Wir sind darum bemüht, diese Plattform der Schweizer Fotografie über die Landesgrenzen hinaus zu tragen und einen Blick darauf zu werfen, was anderswo geschieht. Deshalb freuen wir uns, dieses Jahr, nach Berlin, Uri, Maputo, Johannesburg und Lodz, einen Austausch von Ausstellungen zwischen der Biennale dell’Immagine in Chiasso hergestellt zu haben.

Hélène Joye-Cagnard und Catherine Kohler

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