(c) Lou Pitteloud
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Extractions

Weiter unten spricht die Künstlerin über ihr Werk... (französisch)

Die Serie Extractions setzt sich aus vier Fotografien zusammen. Die beiden Prototypes stellen die Kulisse vor, die sich, wie ihr Titel besagt, atmosphärisch zur Weiterentwicklung und Annäherung sowohl an ähnliche, als auch an gegensätzliche Zustände eignet. Hier sind dies jene des hinter sich Zurücklassens und/ oder des bevorstehenden sich Einrichtens. Das Weitwinkelobjektiv des ersten Prototype (N.E.01) öffnet die Sicht auf ein verlassenes Gelände mit einer Reihe von Gebäuden im Hintergrund, in deren Inneres uns der zweite Prototype (N.E.02) zu projizieren scheint. In einer Annäherungsbewegung tritt der Betrachter zuerst in einen funktionalen Raum ein, wo der gräulich kalte Farbton an die Atmosphäre draussen erinnert; in Sequence (#01) sieht er sich sodann in das grünliche Schimmern eines düsteren Ganges eintauchen, wo eine Gestalt gerade dabei ist, in ein etwas helleres Zimmer einzudringen. Hier setzt die Handlung ein, der Betrachter ist nicht mehr allein, die Orte beleben sich mit der Präsenz von Statisten. Doch kaum mit dieser geheimnisvollen Düsternis angefreundet, führt uns Sequence (#02) wieder nach draussen, mitten in eine Sandlandschaft, bei der es sich um jene des ersten Prototype (N.E.01) handeln könnte.

Annaïk Lou Pitteloud verwischt die Spuren und hinterlässt keine Indizien, welche die Annahme oder das Zurückweisen einer solchen Fiktion zulassen. Die stetige Mehrdeutigkeit der Erzählung in diesen Bildern oszilliert zwischen Realität und Fiktion, zwischen Statik und Bewegung, zwischen Schnappschuss und Filmausschnitt. Diese Werke sind charakterisiert durch ein fortwährendes Spiel des Kommens und Gehens. Auf der Ebene von Raum und Zeit scheinen die Orte aufeinander zu prallen, obwohl sie eigentlich durch nichts wirklich miteinander verbunden sind. Und dieselbe Bewegung bestimmt auf der formalen Ebene die Realisierung dieser Werke. Die Herstellung dieser Fotografien verläuft in der Tat über einen langen Prozess der digitalen Montage. Die Künstlerin sammelt Bildserien des Ortes oder der Szene, die sie darstellen will; unter diesen wählt sie dann Fragmente aus verschiedenen Fotografien, und komponiert damit neue Bilder.

Ariane Pollet
 

 

Annaïk Lou Pitteloud (Lausanne, 1980) lebt und arbeitet in Bern und Lausanne. 2005 erwirbt sie an der Hochschule der Künste Bern (HKB) den Bachelor in visueller Kunst (Fotografie). Heute ist sie dabei, am Sandbergh Institut Amsterdam ihren Master abzuschliessen. Mit eidgenössischen Stipendien (2006/2007) ausgestattet, beteiligt sie sich an verschiedenen kollektiven Ausstellungen in der Schweiz und London. Im Herbst 2007 stellt sie ihre Serie „What We Talk“ in der Galerie Lucy Mackintosh in Lausanne aus.

>>> www.lucymackintosh.ch

>>> WO FINDE ICH WELCHE AUSSTELLUNG?

 

Die Künstlerin über ihr Werk… Hören Sie rein! (auf französisch)


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