(c) Cottenceau
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Bill

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Die Arbeiten von Cottenceau/ Rousset präsentieren sich als raffinierte und authentisch fotografierte Inszenierungen. Sich von verschiedenen Situationen, Kollaborationen, der Freude auch an Brüchen, Verschiebungen und an Nonsens ganz allgemein inspirieren lassend, erfindet sich das Duo in ihren kleinen Rahmengeschichten immer wieder neu. Ihre Ideen materialisieren sich dabei in sehr sorgfältig aufgebauten Konstruktionen. In einigen Fällen werden wir beinahe zur Annahme verführt, die beiden übten sich im Ausstopfen von Tieren und stellten nun ihre unvollendeten Präparate dem Betrachter vor. Stühle, Tische, Matratzen, Leintücher, Decken, Kissen, Abfallsäcke, Bock-Gestelle, Bretter und Kartons dienen ihnen als Grundstock von Arbeitsmaterialien. Nur zwischendurch fügen sich die Fotografen auch selbst in die Kompositionen ein. Der in dieser Weise zusammengestellte Elefant erscheint uns so, als würde er im nächsten Moment losmarschieren. Die Struktur des ausgestopften Matterhorns (Cervin) erkennt man sofort und der Berg erscheint uns auch hier als bereits wahrhaft lebendig. Andernorts dienen die Kleider von Modeschöpfern dazu, einen Beduinen in den Sattel zu heben oder einen exzentrischen Bergler als genialen und zugleich auch völlig lächerlichen Helden posieren zu lassen. Auf ähnliche Art und Weise wird uns mit Bernhardo auf seinem irrwitzigen Reittier eine weitere Phantasie präsentiert und werden die Portraits von Igor und Jeannette und jenes des schwelgerischen Molux geformt. Folgt man den Geschichten weiter, treffen wir auf einen verletzten Don Quichotte (alias Bill), der ganz einfach auf seinem Elefanten reitet, wo sich andere bei diesem Anblick eher an den aus Indien zurückkehrenden d’Artagnan erinnert fühlen mögen. Im Rahmen der Serie La Bénichon (2006), in welcher das üppige Menü des traditionellen Freiburger Erntefestes illustriert wird, findet sich einer dieser übermütigen Gäste voll gestopft (mit Kissen) wieder und die ziemlich komische, als Tausendfüssler gruppierte Tafelrunde intrigiert unseren Blick nicht weniger als ersterer. Handelt es sich hier um einen grotesken Marienkäfer oder doch eher um eine zweckentfremdete Meringue? Letztendlich spielt das wohl keine grosse Rolle! Diese Fotografien erzählen nicht nur eine Geschichte, sondern laden dabei lustvoll sowohl zum Weiterspinnen der verschiedenen Phantasien, als auch zur akademischen Analyse ein. — Geoffrey Cottenceau et Romain

Manuela Lienhard

 

Geoffrey Cottenceau und Romain Rousset, beide 1978 in Frankreich geboren, leben und arbeiten in Lausanne. Als unabhängige Fotografen ausgebildet (Ecole cantonale d’art de Lausanne/ECAL), arbeiten sie seit 2004 zusammen. Hervorzuheben gilt es insbesondere ihre Zusammenarbeit mit der deutschen Zeitschrift „Mode Depesche“, die sich jungen Stylisten widmete (2004, 2005, 2006, 2008), und mit dem Zürcher Fanzine „Sonntagsfreuden“ (Serie „La Bénichon“, 2006). 2005 und 2007 werden sie mit eidgenössischen Stipendien in der Sparte Design ausgezeichnet und stellen im Lausanner MUDAC aus..

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